Le Pays De France - US-Medien: Militäreinsatz gegen Venezuela geht von den USA aus

Paris -
US-Medien: Militäreinsatz gegen Venezuela geht von den USA aus
US-Medien: Militäreinsatz gegen Venezuela geht von den USA aus / Foto: © AFP

US-Medien: Militäreinsatz gegen Venezuela geht von den USA aus

Der Militäreinsatz gegen Venezuela geht nach Informationen von US-Medien von den USA aus. Die Sender CBS News und Fox News berichteten am Samstag, dass Vertreter der US-Regierung, die anonym bleiben wollten, die Beteiligung der US-Armee bestätigt hätten. Das Weiße Haus und das Pentagon äußerten sich zunächst nicht.

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Die venezolanische Regierung warf der Regierung von US-Präsident Donald Trump einen "schweren militärischen Angriff" vor. Dieser habe sich gegen "zivile und militärische Orte in Caracas und den Bundesstaaten Miranda, Aragua sowie La Guaira rund um Caracas" gerichtet.

"Eine solche Aggression bedroht den Frieden und die internationale Stabilität" und bringe "das Leben von Millionen Menschen schwerwiegend in Gefahr", hieß es in der Erklärung weiter. Ziel der USA sei "nichts anderes, als sich Venezuelas strategischer Ressourcen zu bemächtigen, insbesondere seines Erdöls und seiner Mineralien". Die Regierung in Caracas rief den Ausnahmezustand aus und ordnete eine Mobilisierung des ganzen Landes zur Abwehr "diesen imperialistischen Angriffs" auf.

Caracas war seit etwa 2.00 Uhr Ortszeit (07.00 Uhr MEZ) von schweren Explosionen erschüttert worden, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP und Bewohner der Stadt berichteten. Außerdem war Flugzeuglärm zu hören. Anwohner von Fuerte Tiuna, dem größten Militärstützpunkt in Caracas, berichteten überdies von Schüssen. Auch in der nahegelegenen nördlichen Küstenstadt La Guaira, die von Caracas durch Gebirge getrennt ist, ereigneten sich gegen 02.00 Uhr Ortszeit Explosionen.

Zuvor hatte US-Präsident Trump nach wiederholten US-Angriffen vor der Küste Venezuelas von der Möglichkeit von US-Angriffen auf das venezolanische Festland gesprochen. Zudem hatte er gesagt, dass die Tage von Venezuelas linksnationalistischem Staatschef Maduro "gezählt" seien.

Seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler im Ostpazifik und in der Karibik an. Dabei wurden mit den neuen Angriffen bislang mehr als 100 Menschen getötet. Kritiker bezeichnen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig.

Am Montag hatte Trump sich über einen Angriff geäußert, bei dem es sich womöglich um den ersten US-Angriff an Land in dem Konflikt mit Venezuela handelte. Demnach wurde eine Anlegestelle für mutmaßliche venezolanische Drogenboote zerstört.

Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas Präsident Maduro vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz und ein Bestreben der USA, sich der riesigen venezolanischen Erdölvorkommen zu bemächtigen.

(V.Castillon--LPdF)