Le Pays De France - Epstein-Affäre: Ehemaliger britischer Botschafter Mandelson auf Kaution freigelassen

Paris -
Epstein-Affäre: Ehemaliger britischer Botschafter Mandelson auf Kaution freigelassen
Epstein-Affäre: Ehemaliger britischer Botschafter Mandelson auf Kaution freigelassen / Foto: © New York State Sex Offender Registry/AFP/Archiv

Epstein-Affäre: Ehemaliger britischer Botschafter Mandelson auf Kaution freigelassen

Nach seiner Festnahme im Rahmen von Ermittlungen im Epstein-Skandal ist der britische Ex-Minister und ehemalige Botschafter in den USA, Peter Mandelson, auf Kaution freigelassen worden. "Ein 72-jähriger Mann, der wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs festgenommen wurde, ist gegen Kaution freigelassen worden, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind", erklärte die britische Polizei am Dienstagmorgen mit, ohne Mandelsons Namen zu nennen.

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Die Sender BBC und Sky News hatten zuvor Aufnahmen gezeigt, wie Mandelson, der mit dem US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein befreundet war, in Begleitung von zwei Polizisten in Zivil, einem Mann und einer Frau, von seinem Wohnsitz im Norden Londons weggefahren wurde. Mandelson sei an einer Adresse im Londoner Stadtteil Camden festgenommen und zur Vernehmung auf eine Polizeiwache gebracht worden, hieß es seitens der Polizei weiter.

Dem früheren britischen Botschafter in Washington wird vorgeworfen, vertrauliche Regierungsinformationen an den Finanzinvestor Epstein weitergegeben und Geld von ihm angenommen zu haben. Die zuletzt neu veröffentlichten Epstein-Akten förderten zu Tage, dass Mandelson, als er von 2008 bis 2010 Minister unter Premier Gordon Brown war, vertrauliche Finanzdaten der damaligen Labour-Regierung an Epstein weitergegeben haben soll.

Die Polizei hatte Anfang Februar Ermittlungen eingeleitet. Die Behörden teilten mit, dass sie zwei Wohnhäuser von Mandelson im noblen Londoner Stadtteil Regent's Park und in Wiltshire im Südwesten Englands durchsucht hätten. Mandelson hat sich seit Beginn der Ermittlungen nicht öffentlich geäußert.

Der Fall bringt auch den jetzigen britischen Premierminister Keir Starmer zunehmend in Bedrängnis. Starmer hatte Mandelson Anfang vergangenen Jahres zum US-Botschafter ernannt - obwohl er bereits wusste, dass Mandelson nach Epsteins Verurteilung 2008 weiterhin Kontakt zu dem Sexualstraftäter hielt. Starmer selbst lehnte einen Rücktritt nach den neuen Epstein-Enthüllungen ab.

Erst am Donnerstag war der ehemalige britische Prinz Andrew infolge der Epstein-Enthüllungen festgenommen und mehrere Stunden lang festgehalten worden. Auch er soll als Handelsgesandter Großbritanniens vertrauliche Berichte an den verurteilten Sexualstraftäter Epstein weitergegeben haben. Gegen den Bruder von König Charles III. wird wegen des Verdachts auf Fehlverhalten in einer offiziellen Funktion ermittelt. Zudem gab es Vorwürfe einer Frau gegen ihn, sie als Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.

Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente wie Andrew vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe.

Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

(V.Blanchet--LPdF)