AfD sieht keinen Zusammenhang zwischen Waldbränden und Klimawandel
Die AfD-Bundestagsfraktion hat eine politische Instrumentalisierung der aktuellen Waldbrände beklagt. Der klimapolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Karsten Hilse, bestritt am Sonntag einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und den sich häufenden Waldbränden. "Im Gegensatz zum Klimawandel sind Waldbrände zu 99 Prozent menschengemacht, meist durch fahrlässige Brandstiftung", sagte Hilse der Nachrichtenagentur AFP in Berlin.
Politiker anderer Parteien versuchten, "den Eindruck zu erwecken, dass Waldbrände etwas mit dem Klimawandel zu tun haben", um damit Klimaschutz-Maßnahmen zu rechtfertigen, kritisierte der Abgeordnete der in Teilen rechtsextremen AfD. "Damit instrumentalisieren sie das Leid der Betroffenen für ihre politischen Ziele." Hilse beklagte, dass vielmehr der Ausbau erneuerbarer Energien wie etwa der Windenergie zu einer "für jedermann sichtbaren Naturzerstörung" führe.
Mit seinen Äußerungen widersprach Hilse dem Konsens von Wissenschaft und Brandschutzexperten. Der vom Menschen verursachte Klimawandel sorgt nach Einschätzung von Wissenschaftlern für längere Hitzewellen und Dürren. Diese trocknen die Vegetation aus und begünstigen so Waldbrände, die dann oft durch unachtsames oder vorsätzliches Verhalten von Menschen ausgelöst werden.
Vor allem Nordrhein-Westfalen hatte am Wochenende mit großen Waldbränden zu kämpfen. Der Brand bei Hürtgenwald war der bislang größte und folgenschwerste Waldbrand des Sommers in Deutschland.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst wertete den Waldbrand am Samstag bei einem Besuch der Einsatzkräfte als Beleg dafür, wie wichtig es sei, gegen den Klimawandel vorzugehen. "Wir erleben das hier in dieser Art eines großen Feuers zum ersten Mal, aber wir erleben eben nicht zum ersten Mal diese Extremwetterlage", sagte der CDU-Politiker. "Und das hat eben auch was mit Klimawandel zu tun. Das wird nun ernsthaft keiner mehr leugnen."
(E.Beaufort--LPdF)