Unicredit meldet starkes Gewinnplus - Angebot für Commerzbank-Übernahme erwartet
Die italienische Großbank Unicredit hat für das erste Quartal ein deutliches Gewinnplus verbucht. Der Nettogewinn legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16,1 Prozent auf 3,2 Millionen Euro zu, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Im Laufe des Tages wurde erwartet, dass die Unicredit offiziell ihr Angebot an die Commerzbank-Aktionäre für eine feindliche Übernahme der deutschen Bank abgibt.
Die Anteilseigner der italienischen Bank hatten dafür am Montag grünes Licht gegeben. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Mailand stimmte eine große Mehrheit für eine Kapitalerhöhung von bis zu 6,7 Milliarden Euro durch die Ausgabe neuer Aktien. Diese Aktien will die Unicredit den Commerzbank-Aktionären zum Tausch anbieten.
Geplant ist, 0,485 Aktien pro Commerzbank-Titel anzubieten - ein Angebot, das für die Anleger als wenig attraktiv gilt. Doch die Unicredit würde damit die Vorgabe erfüllen, bei Überschreitung der Schwelle von 30 Prozent Anteilen an der Commerzbank ein öffentliches Übernahmeangebot abzugeben. Bislang halten die Italiener rund 25 Prozent. Die Commerzbank-Führung und ihre Beschäftigten sowie auch die Bundesregierung haben sich gegen die Pläne ausgesprochen.
Die Unicredit war Ende 2024 in großem Stil bei der Commerzbank eingestiegen und hat ihre Anteile seitdem weiter erhöht. Die Frankfurter Bank setzt auf eine Anhebung ihrer Finanzziele, um ihre Aktionäre davon zu überzeugen, dass sie mit einer weiterhin eigenständigen Commerzbank besser fahren.
Unicredit-Chef Andrea Orcel hob derweil die guten Ergebnisse seiner Bank hervor. "Diese Ergebnisse zeigen, dass eine gut geführte und diversifizierte Bank über den gesamten makroökonomischen Zyklus hinweg hervorragende Renditen erzielen und gleichzeitig in ihre Zukunft investieren kann", erklärte er. Der Umsatz der Bank stieg den Angaben nach um 4,9 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.
(V.Blanchet--LPdF)