Merz ruft 65 Jahre nach Mauerbau zu Einsatz für Demokratie auf
65 Jahre nach Beginn des Mauerbaus hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen. "Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen", schrieb Merz am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst X. Er wies zugleich darauf hin, dass die Menschen heute "in Frieden und Freiheit" leben könnten: Deutschland sei inzwischen länger vereint, als es durch die Mauer geteilt gewesen sei.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete den Bau der Mauer durch die DDR-Führung als "das Zeugnis eines hoffnungslosen Scheiterns". Auf X schrieb der Bundespräsident: "Vor 65 Jahren riegelte die SED-Diktatur Berlin ab. Die Mauer teilte eine lebendige Stadt, Familien, Freundschaften und Leben." Steinmeier erinnerte daran, dass "mindestens 260 Menschen an der Mauer ihr Leben durch das DDR-Grenzregime verloren" hätten.
Der Staatsminister für Kultur und Medien, Wolfram Weimer (parteilos), warnte angesichts des Jahrestags vor einer Verklärung der DDR. "Links- wie Rechtsextreme versuchen derzeit, die DDR gezielt zu verharmlosen", erklärte Weimer. "Doch das SED-Regime war eine brutale Diktatur ohne freie Wahlen, ohne Pressefreiheit, ohne Reisefreiheit, dafür aber mit Stasi, Folterkellern und Todesstreifen an der Mauer." Weimer warnte: "Wenn die Erinnerung an die SED-Diktatur verblasst und das Unrecht und die Verbrechen verharmlost wird, beginnt Geschichtsvergessenheit. Eine freie Gesellschaft darf das nicht zulassen."
Mit dem Bau der Berliner Mauer war am 13. August 1961 begonnen worden. Das Bauwerk und weitere Sperranlagen entlang der innerdeutschen Grenze trennten die Bundesrepublik Deutschland und die DDR 28 Jahre lang. Am 9. November 1989 fiel die Mauer, ein knappes Jahr später folgte die Wiedervereinigung.
(R.Dupont--LPdF)